Archiv für Februar 2009

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‚Im Juni sind Europawahlen. Ich werde England wählen.‘

Schiraz + Persepolis

Es ist der Abend vor dem Geburtstag des 3. Imam. Mehdi, den wir in der Stadt kennengelernt haben, lädt uns zunächst zum Abendessen ein, später stellt sich heraus, dass wir an den Feierlichkeiten teilnehmen dürfen. Bei Mr. Pishtad kommt es sofort zu einer Trennung von Frauen und Männern. Es wird sogar ein Sichtschutz zum Wohnzimmer aufgestellt.
Das Wohnzimmer ist ein großer Raum der mit klassischen, persischen Teppichen ausgelegt ist. Entlang der Wände liegen große Kissen, an einem Ende stehen mehrere Sessel für die älteren Anwesenden. Nach einer Begrüssungsrunde werde ich gebeten mich zu setzen und kurz darauf beginnt der anwesende Imam seine Gebetsrede. Er ist mit einem weiten Gewand und einem schwarzen Turban gekleidet. Seine Stimme is ruhig und kraftvoll. Das Gebet ähnelt einem Gesang, wirkt aber nicht monoton. Der Nachhall der Lautsprecher verstärkt seine Rede zusätzlich. Ab und an lächelt er und Mehdi übersetzt mir, was er gesagt hat. Während die Frauen sich zu amüsieren scheinen, man hört von ihnen im Wesentlichen nur Gelächter, ist der Männerteil extrem ernst. Nach dem Gebet fangen zwei Männer an Musik zu machen. Einer von ihnen spielt Sitar, die entgegen der ursprünglich indischen Variante, hier nur 3 Saiten hat. Der Gesang ist klagend und es entsteht eine Atmosphäre von Trance, die nur durch den Sohn des Gastgebers gestört wird, der die ganze Zeremonie filmt. Nach einer Rede des Gastgebers gibt es das Abendessen. Es werden Plastikfolien auf dem Boden ausgelegt und Unmengen an traditionellen Speisen serviert. Nach dem Essen verabschieden sich die ersten Gäste. Auch der Iman beschließt zu gehen. Aus Respekt stehen alle auf und er reicht einigen Leuten die Hand und kommt dann als letztes quer durch den Raum zu mir um sich persönlich von mir zu verabschieden. Danach unterhalte ich mich mit einigen Männern. Die üblichen Fragen werden gestellt, doch irgendwann geht es um Poltik. Was ich von Obama halte, wie es um Deutschland steht und wie der Iran im Ausland gesehen wird. Am Ende kommt es zu einer ewigen Verabschiedung. Mr. Pishtad bedankt sich lange für unser Kommen, obwohl es eher umgekehrt sein sollte, wir können mehr als dankbar sein an diesem Abend Teil haben zu dürfen.
Die nächsten Tage verbringen wir mit der Familie. Vormittags sind wir meistens zu Hause, da Mehdi und Reza, sein Bruder arbeiten. Nachmittags werden wir zu den Sehenswürdigkeiten von Schiraz bzw. nach Persepolis gefahren. Spätestens hier muss man Gastfreundschaft neu definieren.
Nach Schiraz konnten wir noch einen weiteren, wunderbaren Abend bei Lina und Iman in Teheran verbringen, die wir im Zug nach Isfahan kennengelernt haben. Am Tag darauf haben wir dann per Bus das Land verlassen und sind nach guten 41 Stunden wieder in Istanbul eingetroffen.


Im Inneren der Zand Zitadelle, die nach der Revolution lange als Gefängnis gedient hat und somit viel vom alten Glanz verloren hat, heute kümmert sich ein von er Universität gestützter Verein um die Renovierung, viele Mosaiken sind jedoch komplett zerstört.
Mit uns waren mehrere Schulklassen zur Besichtigung. Das „Kopftuchalter“ im Iran ist 7, wobei die ersten Jahre noch ein weißes Kopftuch getragen wird. Das Heiratsalter hat Ahmadinedschad auf unglaubliche 13 Jahre abgesenkt.


eine Moschee auf dem Weg zum Grab von Hafis, einem der bedeutendsten persischen Dichter


der Imam bei der Lesung des Gebets


Klagegesang mit Sitar


ein Buch von Hafis sowie der Koran, die persönlichen Schätze des Gastgebers


Mehdis Vater im Wohnzimmer, als extrem religiöser Mann betet er jede Nacht von 2 bis 6 Uhr als Ergänzung zu den 5 Gebeten am Tag, der Fleck auf seiner Stirn ist Hornhaut, die beim beten durch das herabbeugen auf den Gebetsstein entstanden ist


Emma und Sahar, Rezas Frau


Saadis Grab, ein weiterer wichtiger Vertreter der persischen Literatur


das Tor der Nationen in Persepolis


Blick über die Ruinen von Persepolis


‚Homakapitell‘


von rechts: Emma, Mehdi, Sahars Cousine, Marjam (Mehdis Mutter), Sahar und ich

Yazd

Von Isfahan ging es nach Yazd, eine der ältesten Städte des Iran. Die Architektur ändert sich merklich zu Isfahan oder Teheran. Nahezu alle Gebäude sind aus Lehmziegeln gebaut. Die (Alt-)Stadt ist ein unendliches Netz kleiner, staubiger Gassen die links und rechts von hohen Lehmmauern geziehrt sind. Doch obwohl die Mauern hoch und die Häuser wenig einladend wirken, sind kaum Türen verriegelt. Man kann ohne Weiteres in Innenhöfe laufen und sich umschauen.
Die Oasenstadt war ehemals das Zentrum des zoroastrischen Glaubens. Heute zählt es als einer der religiösesten Orte des Iran. Im Gegensatz zu Teheran und Isfahan wo Frauen sehr modern gekleidet sind und das Kopftuch lose tragen, sieht man hier fast ausschliesslich Frauen mit schwarzem Chador. Wo man in anderen Städten noch einfach Blickkontakt zu Frauen hat, weichen Frauen einem hier in den meisten Fällen aus.
Seit ca. 4 Jahren ist Yazd auf der Liste des UNESCO Weltkurlturerbes und es wird angefangen an vielen Orten zu renovieren und restaurieren. Aufgrund der Lage in der Wüste zieht es die meisten jungen Leute jedoch in größere Städte.


Die ‚Türme des Schweigens‘ liegen etwas außerhalb der Stadt. Sie dienten den Zoroastriern als Opferstätte. Tote wurden in den runden Türmen aufgepfählt und geopftert.


Das Gelände um die Türme lockt viele junge Männer zum Motorradfahren, einer von ihnen hat uns freundlicherweise die Hügel zu den Türmen hochgefahren und uns versucht etwas zum Ort zu erklären, was leider kläglich gescheitert ist, da er nur Farsi konnte.


Die Amir Chakhmâgh Moschee im Zentrum von Yazd ist nicht mehr in Benutzung und dient heute fast ausschliesslich als Aussichtspunkt für Touristen.


Blick von der Amir Chakhmâgh Moschee


ein Messerschleifer im Basar, seine Augen erlauben ihm die Arbeit leider nicht mehr, die sein Sohn übernommen hat, als Ladenchef ist er dennoch immer vor Ort


einer der zahlreichen Innenhöfe


ein Bâdgir – Windturm, der zur Kühlung der Häuser dient, man findet davon noch viele, allerdings oft ohne Funktion da von regulären Klimaanlagen ersetzt


ein weiteres Plakat vom großen Ayatollah

Isfahan

Schon die Fahrt nach Isfahan war vielversprechend. Nachdem wir den Zug nur noch rennend erreicht haben da wir unbedingt noch fein Essen gehen mussten, durften wir dann Lina, Iman und Mohammed kennenlernen, die auf dem Weg nach Shiraz waren. Iman ist Englischlehrer, seine Frau Lina kurz vorm Abschluss ihres IT-Studiums und Mohammed arbeitet in einer Werbeagentur. Alle drei waren sehr modern und extrem liberal. Lina beklagt die Regeln und Gesetze denen Frauen „unterworfen“ sind. Ihr Kopftuch sitzt lose und rutscht ständig vom Kopf. Auf der Rückreise konnten wir sogar noch eine Nacht bei ihnen in Teheran verbringen und ihre unglaubliche Gastfreundschaft genießen.
Esfahan lässt sich kaum in wenigen Worten zusammenfassen. Es hat damit angefangen, dass wir am ersten Tag im Hostel extrem nette Leute kennenlernen konnten, mit denen wir den Tag verbracht haben. Unter ihnen war Bruno, ein Langzeitreisender aus Brasilien, der eigentlich vor ca. 4-5 Monaten in Indien sein wollte, aber am Ende doch den Landweg von Berlin gewählt hat und alles sehr entspannt angeht. Er hat uns am zweiten Tag Behnam vorgestellt, ein Iraner der in einem Teppichladen arbeitet. Behnam selbst ist kaum älter als wir und wieder einmal ein Iraner der modernen Sorte, westlich gekleidet und alles Andere als religiös. Er war selbst Inhaber eines Teppichgeschäftes, was er wegen Schulden schließen musste, da einer seiner Kunden eine Großbestellung nicht bezahlt hatte. Heute arbeitet und lebt er in einem Teppichladen. Bei Teppichhändlern ist man zunächst skeptisch da diese ja meistens mit der Absicht zu verkaufen an einen herantreten. In diesem Fall hat sich das nicht bestätigt. Behnam hat uns als Erstes die Herstellung eines Teppichs vom ersten Schritt gezeigt. Von der Färbung der Wolle bis zur Knüpfung haben wir nahezu jeden Schritt mitbekommen. Zum Mittagessen haben wir uns dann mit 4 Freundinnen von ihm getroffen und die nächsten Tage mit ihnen verbracht. Wieder einmal 4 Frauen, die sich über ihren Status beklagt haben. Zwei von ihnen waren verheiratet damit sie mehr Freiheiten haben. Die zwei Nichtverheirateten waren noch schlimmer eingeschränkt. Nicht nur durch Gesetze, auch durch ihre eigenen Familien. Beide hatten Freunde seit mehreren Jahren, was natürlich alles geheim bleiben musste.
Emma hatte das Glück eine Nacht bei ihnen zu Hause zu bleiben und hat so die Familiensituation direkt mitbekommen, obwohl sie die Eltern als relativ liberal eingeschätzt hat. Als Frau hat man es im Iran beim besten Willen nicht leicht.



Betender in der Jam-E Moschee, eine der wichtigsten Moscheen des Iran



Das Innere der Jam-E Moschee, was uns nur durch die Hilfe eines netten Iraners aufgeschlossen wurde, der sich gleichzeitig als Guide angeboten hat und uns einige Symbole erklären konnte.



auf dem Weg Richtung Basar und Imam Platz



der Imam Platz ist der zentrale und wichtigste Ort von Isfahan, der nicht nur ausländische Touristen anzieht



Angler am Zayandeh Fluss



auf der Si-O-Se-Pol Brücke bei Sonnenuntergang



Handarbeit in Isfahan, für eine Vase dieser Art werden 4 Monate benötigt



Behman, der uns unterschiedliche Knotenarten bei der Teppichknüpfung erklärt



Platz in Isfahan mit großem Gemälde von Ayatollah Chomeini im Hintergrund



als Blonder fällt man im Iran ständig auf, auch dieser Bus voller Schuljungen hat uns freundlich hinterher gerufen



Arbeiter in der Färberei



Ali, Chef der Teppichproduktion, erklärt uns die unterschiedlichen „Zutaten“ für die Färbung, die allesamt rein natürlich sind



Emma rührt in einem der Bottiche in denen die Wolle eingefärbt wird



ein Arbeiter sortiert und markiert die fertige Wolle für die weitere Verarbeitung



ein fertiger Teppich wird gereinigt…



…und getrocknet



Moschee am Imam Platz



der Feuertempel, Verehrungsort im Zoroastrismus, der am Stadtrand von Isfahan auf einem Hügel liegt



Blick auf die Si-O-Se-Pol Brücke bei Nacht



die „Vank Kirche“ ist eine Kirche mitten im ehemals armenischen Stadtteil von Isfahan, die heute als Museum dient

Wettentspannen


Peter Licht – Wettentspannen

Ich hab mich ja schon immer gefragt, wie man „gar nicht“ aussehen kann, aber Peter Licht scheint seine Lieder ja alle aufm Sonnendeck zu schreiben.

Teheran


Hamid, unser freundlicher Helfer


Mark, Langzeit reisender Ire, am Metroausgang zur ehemaligen US Botschaft

Die ehemalige US Botschaft in Teheran ist heute die Parteizentrale einer konservativen Partei des Iran und beherbergt ein Museum über die Revolution von ’79. Schon allein entlang der Mauer sind Umengen an Hasstiraden gegen die USA gemalt, aber von offizieller Stelle.


Saftverkäufer im Basar


Sprüche wie dieser sind überall in Teheran z.B. entlang Krankenhäuser und ähnlichen öffentlichen Einrichtungen angebracht.


Der Golestan Palast, eines der wenigen historischen Monumente in Teheran, was in der Zeit nach der Islamischen Revolution stark an Glanz verloren hat.


Die Soldaten auf den bunten Kacheln hatten „Monoaugenbrauen“


Teheran ist eine der dreckigsten Städte der Welt

Ólafur Arnalds


Ólafur Arnalds – 1440

Ólafur Arnalds war als „Vorgruppe“ bei der letzten Sigur Rós Tournee mit dabei.
Musikalisch passt es gerade perfekt zum Wetter und der damit verbunden Stimmung.

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fast vergessen…danke Flo

Achse des Bösen – Tag 1

In Tatvan müssen wir mit der Fähre den Van See überqueren. Die Fährfahrt fauert 5 Stunden (per Bus fährt man ca. 2-3 Stunden um den See). Mit uns reist eine Gruppe Südamerikaner, die munter und froh musizieren und für ein Reiseziel wie den Iran etwas eigenwillig erscheinen. In Van besteigen wir dann nachts den iranischen Zug der uns nach Teheran bringt. Wegen der vielen Südamerikaner ist der Zug nahezu restlos voll.
Wir erreichen die Grenze gegen 2 Uhr nachts. Die Türken lassen uns alle aussteigen und wir müssen uns in einem kleinen Warteraum zur Passkontrolle anstellen. Für die Iraner dürfen wir zurück in unsere Abteile, die Kontrolle wird während der Zugfahrt getätigt und ist extrem unproblematisch. Gegen Mittag iranischer Zeit (GMT +2 1/2) erreichen wir Tabriz, die zweitgrößte Stadt des Iran. Hamid hilft uns beim Geldwechsel, der mich zum ersten Mal im Leben zum Millionär macht. 100 Euro werden wegen dem wunderbaren Tauschkurs von ungefähr 1 = 13000 zu 1,3 Millionen Rial. Fein verpackt in 20 000 Rial Scheinen sollte man fast mit einem extra Geldkoffer anreisen. Aufgrund des Handelsembargos kann man im Iran nirgendwo Geld abheben. Die einzige Möglichkeit wäre einen Teppich zu kaufen da einige Teppichläden, besonders in größeren Städten, Büros in Dubai eröffnet haben und Kreditkartenzahlungen ermöglichen. Da ich aber nicht vorhatte einen Teppich zu kaufen, mussten wir mit dem mitgebrachten Geld auskommen, was am Ende auch arg eng wurde.
Nach dem Geldwechsel sind wir per Taxi in ein kleines Cafe zum Frühstück gefahren. Hamid, ein Iraner der in Österreich lebt und mit uns im Abteil war, bietet sich uns als Führer an. Da erst in Tabriz die Zollkontrolle ist, haben wir ca. 2 Stunden Aufenthalt.
Zurück im Zug kommt es nach dem Mittagessen zu einer großen Aufregung. Die Zollbeamten kommen erneut und fangen an, genauer als zuvor, unsere Taschen zu durchsuchen. Hamid übersetzt und erklärt uns, dass die Südamerikaner als Missionare enttarnt wurden. In ihrem Gepäck wurden Unmengen an Taschenbibeln in Farsi (Persisch) entdeckt. Sie müssen ihr gesamtes Gepäck sowie ihre Pässe abgeben, dürfen aber bis Teheran weiterfahren, wo es dann sicher zur Festnahme gekommen ist. Wegen der ganzen Aktion verlieren wir natürlich weiterhin Zeit und fahren erst bei Sonnenuntergang weiter. In Teheran kommen wir am nächsten Morgen mit ca. 12 Stunden Verspätung an.


Die Mission – die weißen Säcke am Rand sind voll mit Bibeln, ca. 10 davon sind später abtransportiert worden


In Tabriz

Van und Van See



Blick von der Van „Kalesi“ über die Stadt in Richtung Osten und Iran

Den Sonnenaufgang verschlafe ich bevor wir kurz vor 7 in Van eintreffen. In der Innenstadt bleibt mir nicht viel übrig als einen Passanten anzusprechen und zu fragen wo ich die Touristeninformation finden kann. Die Adresse und Telefonnummer habe ich in Trabzon bekommen. Zwei vielleicht 14-jährige Jungen springen sofort an und wollen mir helfen. Wie überall in der Türkei findet man kaum Straßennummern also gebe ich ihnen mein Telefon. Es ist mitlerweile kurz vor 8 und die offizielle Öffnungszeit ist erst um 8:30 Uhr. Attila, ein Student kommt vorbei und nimmt mich mit zu einem Cafe um mich auf einen Tee einzuladen. Seine wenigen Wörter englisch vermischt er mit einem Wortmix aus Türkisch, was er lediglich englisch betont. Die Konversation ist leider träge, zu schade, dass mein türkisch so schlecht ist.
Nachdem ich alles wichtige erfahren habe und ein billiges Hotelzimmer gefunden habe, laufe ich aus dem Stadtzentrum zum See herunter und zur Van Kalesi, der alten Stadtfestung. Als ich den Eingang nicht finde, zeigt mir ein kleiner Junge den Weg an einer Moschee vorbei und unter einem Stacheldraht hindurch. Die Festung liegt auf einem kleinen Hügel nur wenige Meter vom See entfernt mit perfektem Ausblick in alle Richtungen. Adem erklärt in wenigen Wörtern die einzelnen Räume und die Ruinen der Altstadt, die südlich an den Festungshügel grenzen. Dann zeigt er mir den Weg zum höher gelegenen Teil und verabschiedet sich von mir. Auf dem oberen Teil bleibe ich eine Weile sitzen und genieße die Aussicht. Zwei junge Männer kommen mit einem Netz den Hügel herauf und versuchen eine weiße Taube zu fangen.




Auf der Busfahrt von Van nach Tatvan, wo der Zug aus Istanbul ankommt.

Der Bahnhof von Tatvan liegt etwas außerhalb der Stadt und da ich wie immer keinen Plan habe, frage ich Passanten wo ich hingehen muss. Als blonder Tourist mit dickem, gelbem Rucksack falle ich total auf. Entweder es ist mir vorher nur nicht aufgefallen oder es ist extremer, die Leute bleiben einfach stehen und starren mich an. Kurz bevor ich den Bahnhof erreiche, treffe ich auf eine Schülergruppe die mir laut rufend ihre Zeugnisse präsentieren. Natürlich darf auch hier Atatürk nicht fehlen, der fett auf der ersten Seite prangt. Sie begleiten mich zu Bahnhof und löchern mich mit Fragen. Im Bahnhof zeigen sie mir das Büro des Bahnhofmeisters der mich nach einem kurzen Gespräch mit der Frage wann der Zug aus Istanbul denn ankomme, auch gleich mal wieder auf einen Tee eingeladen hat. In seinem Büro durfte ich dann warten bis der Zug am späten Nachmittag angekommen ist.

Mary Butterworth

Guckst du hier
Es geht um das Lied, nicht das Video…

”The Mary Butterworth Group” wurde 1968 gegründet und hat nur kurze Zeit existiert. Das in der Zeit entstandene Album wurde nur in „Eigenbedarfsmenge“ gepresst und wird seither als absolute Rarität unter Sammlern gehandelt (Preise bis 1000 Dollar für die Platte). Mitlerweile gibt es das Ganze dann immerhin auch als MP3 wobei die Geschichte dann natürlich an Charme verliert.

gen Osten und noch weiter…

Die meisten wissen es sicher, die die es nicht wissen, sehen es jetzt hier. Die Uni ist für mich jetzt schon fast einen Monat rum und ich hab die Zeit mal wieder ein wenig genutzt um etwas mehr vom Land zu sehen. Los gings mit Trabzon an der Schwarzmeerküste (siehe Karte):

Die Leute sind bedeutend entspannter im Osten als in Istanbul. Man muss relativ schnell seine Vorurteile zurüsckschrauben und nicht immer denken, dass einem jeder etwas verkaufen will. Der Otogar liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums und ich hatte keine Ahnung wie ich ins Zentrum komme, also bin ich einfach in eine Richtung gelaufen. Als ich an einer Tankstelle nach dem Weg fragen wollte, wurde ich als Erstes auf einen Tee eingeladen und musste ihm in meinem schlechten Türkisch genau erklären wo ich aus Deutschland herkomme.


Trabzon von oben bei Sonnenuntergang


Das Sümela Kloster liegt etwa 50 km südlich von Trabzon in den Bergen. Laut Angaben des übermotivierten Menschen der Touristeninformation, der mich früh sogar im Hotel begrüßt hat, ist es kein Problem das letzte Stück per Anhalter zu fahren, da in dieser Jahreszeit keine Busse mehr fahren. Die halbe Strecke musste ich dann doch laufen (ca. 6km), aber ich wurde dann doch tatsächlich von den wenigen Autos die gekommen sind, mitgenommen.
Leider ist das Kloster wohl auch in einer Dauerrenovierungsphase und man kann nur etwa die Hälfte besichtigen.


Der Atatürk Pavillion wird als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Trabzon angepriesen. Atatürk hat das Gebäude bei einem seiner ersten Besuche in Trabzon scheinbar sehr gelobt. Woraufhin die Stadt beschlossen hat, es ihm zu schenken. Danach war er genau 2 Mal in diesem Haus für die Dauer von wenigen Tagen.


Die Hagia Sophia von Trabzon ist kleiner als das Pendant in Istanbul, aber die Lage ist dennoch schön. Zu schade nur, dass im Hintergrund zwischen der Kirche/Moschee und Strandpromenade eine 4-spurige Schnellstraße verläuft.