Archiv für Januar 2009

London Elektricity

London Elektricity – Uska

Chilly Drum‘n'Bass, korrekt bezeichnet wohl eher als „Drumfunk“ von London Elektricity. Eine Art Crossover aus soften Chill-Out Klängen mit Hang zum Ambient und einer Brise Drum‘n'Bass-Samples. Dazwischen finden sich Elemente von Downbeat und Trip-Hop in Kombination mit Funkgrooves aus der Alternative-Ecke. Achja fast hätte ich Jungle vergessen, wobei der sich ja quasi von selbst erklärt. Tolle Sache was der Tim Land aka Landmass da produziert hat…8 -)

Turn on, Tune in, Drop out

Wir haben uns letztens über die Helden unserer Kindheit unterhalten und sind auf die Sesamstraße und deren Charaktere gekommen. Jeder, der in seiner Kindheit die Sesamstraße geschaut hat, wird sicher den netten Verkäufer kennen, der Ernie ständig Buchstaben verkaufen will. In einer Folge bietet er Ernie sogar einen leeren Karton an für den Fall, dass es Bonbons regnet. Eindeutiger geht es kaum, denn auch seine Kleidung und sein Verhalten erinnern stark an das Bild eines Dealers. Da die Sesamstraße auch ’69 erschien (in Deutschland erst ’72), wundert es fast, dass eine bestimmte Buchstabenkombination nicht mal aufgetaucht ist.
Der wohl bekannteste Konsument der 3 Buchstaben, T. Leary, hat nach seinen Selbstversuchen zwei Gesetze aufgestellt, die in Bezug auf eine Kindersendung sicher relevant sind:

1. Thou shalt not alter the consciousness of thy fellow men. (Du sollst das Bewusstsein deines Nächsten nicht verändern.)

2. Thou shalt not prevent thy fellow man from altering his or her own consciousness. (Du sollst deinen Nächsten nicht daran hindern, sein oder ihr Bewusstsein zu verändern.)

Der Name des Verkäufers ist „Schlemihl“ was Jiddisch ist und soviel wie „Pechvogel“ oder „Unglücksrabe“ heißt (abgeleitet von „Massel“ – „Schlamassel“). Insofern werden die Zuschauer dann ja doch richtig erzogen…



In dieser Folge versucht er Ernie ein „STOP“-Schild zu verkaufen. Leider konnte ich die Folge mit dem Karton nicht finden.

Ich langweile mich im Übrigen nicht…

Camera Obscura


If Looks Could Kill


Keep It Clean

Camera Obscura kommen aus Schottland, machen „Indie-Rock“ und sind einzureihen mit Bands wie Belle & Sebastian .
If Looks Could Kill stammt vom Album Let’s Get Out Of This Country von 2006, Keep It Clean findet sich auf Underachievers Please Try Harder von 2003,

Les hurlements d‘Léo


Les hurlements d‘Léo – L‘accordeoniste

…ist auch schon älter aber für mich neu. Frankreich hat schon gute Musiker.

blablabla

Hab gestern Abend mein Notizbuch durchblättert und bin auf ein paar nette Einträge gestoßen. Alles in ungeordneter Reihenfolge…

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Kurz hinter Kemer ist am Straßenrand ein altes Zirkuszelt mit vier alten Kickertischen davor. Im Inneren stehen weitere Spieltische. Die absolute Sparvariante einer „Spielhölle“ mitten im Nirgendwo.

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Werbetafeln von Ölüdeniz nach Fethiye [Mittelmeerküste] weisen auf das „White Man Restaurant & Café“ hin. Wenigstens sehen sie den Massentourismus noch mit ein wenig Humor.

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Wir laufen die Straße zum St. Hilarion Schloß hoch. Alle Autos, die um diese Zeit noch fahren, kommen bereits von oben. Nach etwa 1 km taucht ein großes Warnschild auf, dass uns anweist auf der Straße zu bleiben und nicht zu fotografieren. Nach einem weiteren km kommt ein Mann aus dem Gebüsch den Hang hinunter. Er trägt eine weite Camouflagehose und hat eine doppelläufige Schrotflinte bei sich. Als er sein Auto besteigt, frage ich ihn noch, ob er in unsere Richtung fährt, was er freundlich verneint.

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Ein Typ mit leichtem Bauchansatz und 3-Tage-Bart steht vor mir an der Bushaltestelle. Er durchfährt sich die Haare und kratzt sich dann am Arsch. Als er sich umdreht, kann ich auf seinem Shirt die Aufschrift „Passion Victim“ lesen.

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Wir gehen von Taksim richtung Fatihs Wohnung. Kurz vor dem 7/11 sehe ich einen roten Flecken auf dem Boden. Direkt daneben liegt eine Säge. Als wir weitergehen steigt aus einem offenen Gullideckel eine Person empor. Zuerst sieht man nur die Hände.
Das Crazy Horse, ein dubioser Sex-Schuppen, ist nicht weit.

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Gleicher Weg ein paar Tage später, ähnliche Uhrzeit. Ich gehe im 7/11 aufs Klo und klaue, aus mir heute nicht ersichtlichen Gründen, den Schlüssel fürs Herren-WC [vielleicht weil er eine schöne Form hat?!]. Oben kaufe ich mir dann eine Päckchen Kaugummi. Der Mann hinter der Theke fragt mich auf englisch woher ich komme. Als ich ihm als Antwort „Deutschland“ nenne, fängt er an über deutschsprachige Philosophen zu sprechen. Scheinbar kannte er die Theorien von Nietzsche und Freud ziemlich gut. Leider kenne ich mich zu wenig aus und bin zu betrunken um mich auf ein langes Gespräch einlassen zu können.

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An der Dolapdere Cd. kurz hinter dem Abzweig richtung Taksim liegt ein kleiner Laden im dem scheinbar nur Brot geschnitten wird. Es liegt stapelweise weißes Kastenbrot auf einem Edelstahltisch in der Mitte des Raumes. In der Ecke steht eine Botschneidemaschine.

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Treppen nerven mich. In Istanbul gibt es tausende Treppen bei denen man sich beim Bau offensichtlich keine Gedanken gemacht hat. Die Stufen sind unterschiedlich lang, teilweise abschüssig und alles andere als bequem zu besteigen. Ich ziehe einen steilen Pfad auf jeden Fall vor. Wegen mir könnte es dann auch „Steep footpath to heaven“ heißen, wer braucht schon einen „stairway“?!

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Ich sitze auf der Fähre von Kadiköy nach Karaköy. Als wir gerade den Anleger verlassen haben, taucht im Wasser eine tote Ratte auf. Das zeugt von Wasserqualität.

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Wir sind auf dem Weg nach Ankara. Auf ca. halber Strecke machen wir in einer sehr ländlichen Gegend eine Pause. Während wir im Bus sitzen bleiben und frühstücken, spielt sich draußen eine wirre Szene ab. Ein Mann in orangenen Gummistiefeln stürmt mit einem langen „Schlachtermesser“ auf einen anderen Mann, der sich gerade noch in ein Restaurant retten kann. Der Wütende wird zurückgehalten und man versucht ihn zu beruhigen, doch sein Kopf und seine Halsadern schwillen immer weiter an.

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Es geht weiter nach Göreme. Der Bus verlässt verlässt kurz nach 7 den Busbahnhof. Während wir gemütlich aus Ankara fahren, ertönt aus den Lautsprechern ein Gebet woraufhin die meisten Leute ihre mitgebrachtes Essen auspacken. Der Bus-Steward serviert Tee dazu. Es sind die letzten Tage des Ramadan.

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Ein Mann steht an einer Werbetafel und versucht Kinderspielzeuge zu verkaufen. Es sind Plastikmännchen mit einer Klebemasse an Händen und Füßen womit man sie an die Wand werfen kann und sie hängenbleiben. Der Verkäufer selbst scheint eher unmotiviert. Seine langen Haare kleben ihm im Gesicht und er versucht ständig sie wegzuwischen. Mit dem linken Arm zeigt er auf die Männchen um auf die vermeintliche Sensation hinzuweisen. Alles in Allem wirkt er jedoch eher bemitleidenswert.

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Serge, der alte Mann, der das Hostel leitet, kommt am Morgen unserer Abreise zu mir während Bruno und ich gerade abspülen. Er erzählt etwas erstaunt, dass er beobachtet habe, dass seit wir hier waren die Rollen von Mann und Frau vertauscht seien. Zu seiner Zeit war es noch anders. Als ich erwidere, dass daran nichts falsch sei, stimmt er mir zu. Er ergänzt seine Zustimmung jedoch noch mit dem Hinweis, dass Frauen dadurch schwieriger würden.

They are more demanding. It’s difficult.

piggdschaaa


„Istanbul ’74″ – [Foto von L.]

Kim Ki O

Für Musikbeispiele, schau hier: Kimkio.org bzw. hier: Myspace

Kim Ki O is ein türkisches Elektroduo, was wir vorgestern im Peyote sehen konnten. Wenn auch ein sehr kurzes Konzert, wirklich schöne Musik.

„kim ki o“, which is -lamely enough- the Turkish expression for „who is that anyway“, is a name chosen for its phonetic beauty. And it is pronounced as it reads. „kim ki o“ likes to play with synthesizers and drum machines but does not like to involve computers in their music; prefers to do all the action live with the enthusiasm, tension and everything. They pre-record materials onto old-fashioned tapes and sample them from the tapes, etcetera…“