Ramazan Bayramı sind die Feiertage des neuen Monats nach der Fastenzeit, dem Ramadan. Das Fest wird auch als „Zuckerfest“ bezeichnet da man sich mit Süßigkeiten beschenkt. Für Muslime ist es eines der bedeutendsten „Volksfeste“ des Jahres.
Für mich selbst als Nicht-Fastenden hieß das Ganze eine Woche frei und das obwohl die Universität noch nicht einmal wirklich angefangen hatte. Also haben Pierre-Marie und ich beschlossen mal endlich Istanbul zu entfliehen und ein wenig herumzureisen. Als Erstes stand Ankara auf dem Plan, wo wir bei Ahmet, den ich in Istanbul kennengelernt hatte, unterkommen konnten.
Ahmed
Ankara selbst ist wirklich unspektakulär, das Stadtbild ist geprägt von „Plattenbauten“, trotzdem macht die Stadt einen viel entspannteren Eindruck als Istanbul. Auch wenn ich Istanbul wirklich mag, es kann durchaus erdrückend wirken, nicht umsonst versuche ich immer öfter die Istiklal Caddesi (Straße der Freiheit), die Fußgängerzone, zu vermeiden. Ankara war also ein netter Start. Sonntagabend hat uns Ahmet noch ein wenig das Zentrum gezeigt und wir sind am Ende in einer Narghile Bar gelandet. Am nächsten Tag haben wir uns als Erstes Tickets nach Göreme, in Kappadokien, gekauft und sind dann leider ohne Ahmet nochmal in die Stadt.
Emma hatte uns am Tag zuvor angerufen und wollte ebenfalls nach Kapadokya nachkommen.
Aber als Erstes mussten wir natürlich noch die Grab- und Gedenkstätte von Kemal Atatürk besichtigen. Die Anlage befindet sich auf einem Hügel mitten im Zentrum der Stadt, damit es möglichst weit sichtbar ist, und besteht aus einer Parkanlage, einem Museum und einem Mausoleum. Atatürks Grab kann man allerdings nicht direkt besichtigen, dafür wurde gibt es eine live Übetragung aus der Grabkammer. Warum das so ist, ist mir ein Rätsel, aber es war interessant, wie sich die Türken um den Fernseher gedrängt haben.
Am nächsten Morgen haben wir dann Emma in Göreme getroffen, zusammen mit Victoria, Antonio (beide aus Spanien) und Aurélien (aus Frankreich), die sie im Bus kennengelernt hatte. Ich habe Victoria und Aurélien schon in Istanbul kennengelernt. Pierre-Marie und ich waren ein paar Tage zuvor auf Victorias Geburtstagsparty.

von links: Antonio, Victoria, Aurélien und Emma (Pierre-Marie erzwingt gerade den nächsten Felsen)
Kappadokien ist eine irre Felsenslandschaft, die ich eigentlich mit Wörtern nicht beschreiben kann. Überall gibt es Höhlen, die teilweise in Wohnhäuser integriert sind. Im Umkreis von Göreme gibt es mehrere unterirdische Städte, die teilweise noch bewohnt sind.
Am ersten Tag hatten wir leider etwas Pech mit dem Wetter, was allerdings auch weniger Touristen mit sich führte, was dann wiederum sehr nett war. Am nächsten Tag strahlte dann wieder die Sonne und wir haben uns als Erstes Derinkuyu, eine der größten unterirdischen Städte, angeschaut und sind dann nach Uçhisar zurückgefahren, das oberhalb von Göreme liegt und von Weitem gut sichtbar ist, da im Zentrum des Ortes eine Art Felsendom liegt.


Derinkuyu, eine der größten unterirdischen Städte mit 7 Stockwerken unter der Erde, gelebt wurde in diesen Höhlen bis zu 6 Monate im Jahr

Abstieg von Uçhisar nach Göreme durch die Felsenschluchten

„Papa Pituffo“ – „Papa Schlumpf“
Abends hatten wir dann unsere Weiterfahrt nach Fethiye an der Südküste der Türkei. Nach guten 14 Stunden Busfahrt konnten wir dann immerhin 28 Grad genießen. Den ersten Tag haben wir am Strand in Ölüdeniz (einem Nachbarort von Fethiye) verbracht. Der Strand gilt als der „Schönste“ der Türkei, da er sich in eine Lagune zieht. Es war definitiv nicht der schönste Strand, den wir gesehen haben, und die Tatsache, dass man 1 Euro Eintritt für die Lagune zahlen musste, hat uns das Ganze etwas vermiest. Der Ort Ölüdeniz selbst ist schrecklich touristisch, es wimmelt nur so von Briten und anderen Touristen. Fethiye ist erträglicher, aber dennoch in der Hochsaison sicher viel zu überlaufen.
„We are not tourists, we are travellers!“ war Antonios Rechtfertigung über diese Massentouristen herzuziehen. Auch wenn ich Antalya noch schlimmer in Erinnerung habe, war es schon eine Enttäuschung. Auf der anderen Seite hat das schöne Wetter und die angenehme Wassertemperatur so Einiges wieder wettgemacht. Wann badet man schon im Oktober noch im Meer?!
Am zweiten Tag sind wir dann ins berühmte Butterfly Valley gefahren, dass man nahezu nur mit einem Boot von Ölüdeniz aus erreicht. Der Strand ist wirklich viel angenehmer und ruhiger als Ölüdeniz, aber auch hier war der Pseudo-Hippie-Stil etwas nervig.
Das Tal zieht sich hinterm Strand relativ schnell zusammen und ist umgeben von schroffen Felswänden. Im hinteren Ende gibt es einen Wasserfall, den man teilweise durch ein Seil erklettern kann.

Die Anfahrt auf das Butterfly Valley

Emma und Pierre-Marie im Wasserfall
Nach einer weiteren 20 Stunden Reise (inklusive Wartezeiten) sind wir dann am Sonntag wieder in Istanbul angekommen.



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