Archiv für Oktober 2008

des isch der Bananenblues…

Das wäre dann der Bananenmann an der alten Stadtmauer, nicht Er hier, wie man wirklich eindeutig an der Mütze und am Bart erkennen kann.

ganz wichtige (!!!) Richtigstellung von Amin (von ihm kommt das Foto)

und noch etwas…

die türkische Nationalhymne darf natürlich nicht fehlen

1921, also 2 Jahre vor der offiziellen Staatsgründung, wurde die Hymne von M. Akif Ersoy bereits als offizielle Nationalhymne anerkannt.

happy birthday

Und hier noch der passende Artikel zum 85. Gründungstag der Republik: Kemal Süperstar

Ausflug nach Istanbul

Mit Musik:


Baba Zula feat. Brenna McCrimmon – Cecom


Das Waschmittel kann auf Grammbasis gekauft werden und gezahlt wird scheinbar noch mit altem Tauschkurs


Sat-TV ist mit Abstand das Wichtigste an einem Haus


der Ausblick vom Friedhof von Eyüp, der, so makaber es klingt, ein beliebtes Ausflugsziel ist


Bilder aus der Moschee in Eyüp




Amin meint es war der Bananenverkäufer an der alten Stadtmauer, ich weiß es nicht mehr wirklich was er verkauft hat


auf der alten Stadtmauer


weiterer Kommentar von Amin: „Das sieht aus wie ein Kriegschauplatz.“, entlang der Stadtmauer

„Radiodread“


Easy Star All-Stars „No surprises“

Auch wenn es lange nicht an das Original von Radiohead herankommt, ist es trotzdem eine schöne Umsetzung. Es passt gerade zum Wetter.

Kemal und das Land, das Truthahn heißt

Nächste Woche ist mal wieder ein Feiertag, der 85. Gründungstag der Republik Türkei. Die Fahnen sind schon seit Wochen in den Hauptstraßen gespannt. Ein paar Tage später kommt dann der 70. Todestag Mustafa Kemals, dem Begründer der Türkei. In der Tat muss man doch sagen, dass die Türkei, insbesondere in Istanbul, ein sehr modernes Land ist. Allerdings gibt es einen Punkt, der mich etwas stört. Das Polizeiaufgebot ist enorm, man ist wirklich Tag und Nacht umgeben von Polizisten bzw. Militär. Selbst die kleinsten Demonstrationen auf der Istiklal werden von Wasserwerfern und mehreren Truppenbussen empfangen. Zurückzuführen ist das Ganze auf die Gründung der Republik, denn Mustafa Kemal Atatürk war ein führender General des Militärs. Das Museum unterhalb des Mausoleums in Ankara ist im Grunde ein einziges Militärmuseum.
Dass die Türkei nun auch oft von dieser Macht gebrauch macht, ist auch allgemein bekannt. Das fängt beim Sperren von Internetseiten wie Youtube an und geht bis zum Todschlag eines linken Regimekritikers während eines unangemessenen Haftaufenthalts. Abgesehen von Youtube, dessen Sperre man umgehen kann, ist das ja auch alles wirklich weit entfernt von mir. Dachte ich zumindest bis vor Kurzem. Als ich dann vor ein paar Tagen nachts heimgekommen bin, musste ich leider das Gegenteil erleben. Uğur, mein Mitbewohner war zu einer Uhrzeit noch wach, die doch etwas ungewöhnlich war. Also bin ich zu ihm gegangen und habe gefragt, warum er denn noch wach sei, immerhin musste er am nächsten Tag arbeiten. Daraufhin hat er mir dann eine Geschichte erzählt, die ich wirklich beunruhigend finde. Er war am selben Abend mit Freunden in der Stadt unterwegs und auf dem Heimweg sind sie ein paar Polizisten begegnet, die ihn quasi ohne Grund geschlagen haben. Sie meinten, er wäre schwul, was er nicht ist und deshalb beneint hatte, daraufhin haben sie ihn geschlagen. Man muss auch dazu sagen, dass Uğur alles Andere als aufmüpfig ist, er ist einer höflichsten Menschen, die ich kenne. Und trotzdem passiert ihm so etwas. Das macht dann doch nachdenklich. Er hat die Geschichte mitlerweile „Human Rights Watch“ berichtet, auf eine Anzeige verzichtet er, da dies mit Sicherheit mehr Ärger für ihn bedeuten würde. Türkische Freunde erzählen mir dann, dass dies kein Einzelfall ist, dass jeder mindestens ein Dutzend Leute kennt, denen die Polizei ohne Grund schon etwas zu Nahe getreten ist.


Sicht vom Metroausgang auf den Fahnenbespannten Taksimplatz

Nepal

Passt zeitlich nicht mehr ganz, aber ist nun mal gerade fertig geworden:

Klick aufs Bild und ein PDF erscheint (~1.9MB).

Texte von meinem lieben Bruder Mario

u were 22 – it was very bad for u

Voller Abend, in vielerlei Hinsicht, aber extrem gelungen. Nachdem ich wirklich schnell Bedenken hatte, ob das mit Uğur, meinem Mitbewohner, in Ordnung geht. Ich hatte ihm gesagt, dass ich in „paar“ Leute eingeladen hatte. Es sind alle gekommen und am Ende waren es dann 20-25 Leute, die sich in mein Zimmer gequetscht haben.
Begrüßt wurde ich erstmal durch ein sehr gelungenes Ständchen auf der Straße unter meinem Fenster. Spätestens jetzt sollte alle meine Nachbarn meinen Vornamen kennen. Leider sind ein paar Autos gefahren, die immer fleißig gehupt haben, also gab es eine Zugabe in der Wohnung.
Emma hat sich wohl auch extra zu diesem Anlass eine wunderhübsche, rosa Gitarre gekauft und löst damit ihre Melodika (die Amin spielt) ab.

Auf der Straße:

und die Zugabe:

Die Originallyrics wie ich sie heute früh gefunden habe, stinkend, mit Bierflecken und Tabakbröseln (draufklicken, damit sie in Originalgröße erscheinen).
Die Noten mit Gitarrengriffen habe ich dann beim Aufräumen unterm Bett entdeckt.

Die Geschenke haben sich auch mal wieder an Nutzen überboten. Victoria und Malte sind mit einem aufblasbaren, quietschbunten Tier angekommen. Das Tolle daran ist, dass man es mit Wasser befüllen kann dann hat es einen „Steh-auf-Männchen“-Effekt, super sinnvoll.

Magalie hat mir dann noch das Original der Legobrille geschenkt, welch Ehre für mich.

Ramazan Bayramı

Ramazan Bayramı sind die Feiertage des neuen Monats nach der Fastenzeit, dem Ramadan. Das Fest wird auch als „Zuckerfest“ bezeichnet da man sich mit Süßigkeiten beschenkt. Für Muslime ist es eines der bedeutendsten „Volksfeste“ des Jahres.
Für mich selbst als Nicht-Fastenden hieß das Ganze eine Woche frei und das obwohl die Universität noch nicht einmal wirklich angefangen hatte. Also haben Pierre-Marie und ich beschlossen mal endlich Istanbul zu entfliehen und ein wenig herumzureisen. Als Erstes stand Ankara auf dem Plan, wo wir bei Ahmet, den ich in Istanbul kennengelernt hatte, unterkommen konnten.

Ahmed

Ankara selbst ist wirklich unspektakulär, das Stadtbild ist geprägt von „Plattenbauten“, trotzdem macht die Stadt einen viel entspannteren Eindruck als Istanbul. Auch wenn ich Istanbul wirklich mag, es kann durchaus erdrückend wirken, nicht umsonst versuche ich immer öfter die Istiklal Caddesi (Straße der Freiheit), die Fußgängerzone, zu vermeiden. Ankara war also ein netter Start. Sonntagabend hat uns Ahmet noch ein wenig das Zentrum gezeigt und wir sind am Ende in einer Narghile Bar gelandet. Am nächsten Tag haben wir uns als Erstes Tickets nach Göreme, in Kappadokien, gekauft und sind dann leider ohne Ahmet nochmal in die Stadt.
Emma hatte uns am Tag zuvor angerufen und wollte ebenfalls nach Kapadokya nachkommen.
Aber als Erstes mussten wir natürlich noch die Grab- und Gedenkstätte von Kemal Atatürk besichtigen. Die Anlage befindet sich auf einem Hügel mitten im Zentrum der Stadt, damit es möglichst weit sichtbar ist, und besteht aus einer Parkanlage, einem Museum und einem Mausoleum. Atatürks Grab kann man allerdings nicht direkt besichtigen, dafür wurde gibt es eine live Übetragung aus der Grabkammer. Warum das so ist, ist mir ein Rätsel, aber es war interessant, wie sich die Türken um den Fernseher gedrängt haben.


Ein Modell der Anlage


Das Mausoleum

Am nächsten Morgen haben wir dann Emma in Göreme getroffen, zusammen mit Victoria, Antonio (beide aus Spanien) und Aurélien (aus Frankreich), die sie im Bus kennengelernt hatte. Ich habe Victoria und Aurélien schon in Istanbul kennengelernt. Pierre-Marie und ich waren ein paar Tage zuvor auf Victorias Geburtstagsparty.


von links: Antonio, Victoria, Aurélien und Emma (Pierre-Marie erzwingt gerade den nächsten Felsen)

Kappadokien ist eine irre Felsenslandschaft, die ich eigentlich mit Wörtern nicht beschreiben kann. Überall gibt es Höhlen, die teilweise in Wohnhäuser integriert sind. Im Umkreis von Göreme gibt es mehrere unterirdische Städte, die teilweise noch bewohnt sind.
Am ersten Tag hatten wir leider etwas Pech mit dem Wetter, was allerdings auch weniger Touristen mit sich führte, was dann wiederum sehr nett war. Am nächsten Tag strahlte dann wieder die Sonne und wir haben uns als Erstes Derinkuyu, eine der größten unterirdischen Städte, angeschaut und sind dann nach Uçhisar zurückgefahren, das oberhalb von Göreme liegt und von Weitem gut sichtbar ist, da im Zentrum des Ortes eine Art Felsendom liegt.


Derinkuyu, eine der größten unterirdischen Städte mit 7 Stockwerken unter der Erde, gelebt wurde in diesen Höhlen bis zu 6 Monate im Jahr


„Felsendom“ in Uçhisar


Abstieg von Uçhisar nach Göreme durch die Felsenschluchten


„Papa Pituffo“ – „Papa Schlumpf“

Abends hatten wir dann unsere Weiterfahrt nach Fethiye an der Südküste der Türkei. Nach guten 14 Stunden Busfahrt konnten wir dann immerhin 28 Grad genießen. Den ersten Tag haben wir am Strand in Ölüdeniz (einem Nachbarort von Fethiye) verbracht. Der Strand gilt als der „Schönste“ der Türkei, da er sich in eine Lagune zieht. Es war definitiv nicht der schönste Strand, den wir gesehen haben, und die Tatsache, dass man 1 Euro Eintritt für die Lagune zahlen musste, hat uns das Ganze etwas vermiest. Der Ort Ölüdeniz selbst ist schrecklich touristisch, es wimmelt nur so von Briten und anderen Touristen. Fethiye ist erträglicher, aber dennoch in der Hochsaison sicher viel zu überlaufen.
„We are not tourists, we are travellers!“ war Antonios Rechtfertigung über diese Massentouristen herzuziehen. Auch wenn ich Antalya noch schlimmer in Erinnerung habe, war es schon eine Enttäuschung. Auf der anderen Seite hat das schöne Wetter und die angenehme Wassertemperatur so Einiges wieder wettgemacht. Wann badet man schon im Oktober noch im Meer?!
Am zweiten Tag sind wir dann ins berühmte Butterfly Valley gefahren, dass man nahezu nur mit einem Boot von Ölüdeniz aus erreicht. Der Strand ist wirklich viel angenehmer und ruhiger als Ölüdeniz, aber auch hier war der Pseudo-Hippie-Stil etwas nervig.
Das Tal zieht sich hinterm Strand relativ schnell zusammen und ist umgeben von schroffen Felswänden. Im hinteren Ende gibt es einen Wasserfall, den man teilweise durch ein Seil erklettern kann.


Die Anfahrt auf das Butterfly Valley


Emma und Pierre-Marie im Wasserfall

Nach einer weiteren 20 Stunden Reise (inklusive Wartezeiten) sind wir dann am Sonntag wieder in Istanbul angekommen.